This entry is part 1 of 3 in the series “Notes of the Day“

 

Mit Phantasie und Humor für ein besseres Kenia
Yvonne Adhiambo Owuor: Der Ort, an dem die Reise endet (übersetzt von Simone Jakob, Dumont 2016)

Yvonne Adhiambo Owuor ist 1968 in Kenia geboren und lebt in Nairobi. Ihre Kurzgeschichten erschienen in internationalen Literaturmagazinen. Der Ort, an dem die Reise endet ist ihr erster Roman. Erzählt wird die Geschichte der Familie Oganda: Vater, Mutter, zwei Kinder. Aus dem Klappentext:

Odidi Oganda, ein hochtalentierter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten: an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer erfüllt in die Wildnis. Und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Doch im Moment größter Verzweiflung entsteht auch etwas Neues: Eine Liebe – oder zumindest eine Verbindung – nimmt ihren Anfang. (Dumont Verlag 2016)

owuor_dustLeseprobe (Google Books)
Interview with Yvonne Adhiambo Owour (Joy Keys)
Reviews
Africa in Words
The Guardian
New York Times
Telegraph

 

 

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Leseprobe (amazon.de)
Rezensionen
Mareike Ilsemann, WDR
„Mit Humor für ein besseres Kenia“ (Dina Netz)
Rezensionsnotizen (perlenraucher.de)

 

 

 

Gezeichnete Kurzgeschichten
Adrian Tomine, Eindringlinge (Aus dem Amerikanischen von Björn Laser)

Wired nannte ihn „One of the most gifted graphic novelists of our time.“ Der US-amerikanischer Comiczeichner wurde vor allem durch seine regelmäßigen Illustrationen in den Magazinen The New Yorker und Time Magazine bekannt. In seinen knappen, subtil gezeichneten Erzählungen geht es Adrian Tomine um Liebe, Identität und Verlust, um Ambitionen und alltägliche Ängste, schwarzhumorig und bewegend. Der in New York lebende Autor ist über die Comic-Szene hinaus zur Kultfigur geworden.

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Drawn & Quarterly
Leseprobe
Hortisculpture
Reviews
„A breakthrough collection of graphic short stories.“ The Guardian.
„Vignettes … bristling with acute observations and piquant ironies“ New York Times

A Chat with Adrian Tomine
Salon (Scott Timberg) speaks to the New Yorker cover artist about his new book Killing and Dying

Quotes (Open Quotes)
„My 20s were peaceful, privileged, but still I felt the desire to write angsty dramas.“
„I never really thought of myself as an Asian-American cartoonist, any more than I thought of myself as a cartoonist who wears glasses“

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Hortiskulptur

Rezensionen
Frank Meyer „Adrian Tomine: Eindringlinge – Lebensdramen in knapper Form“
Kai Löffler. „Vom Scheitern in Bildern“

 

 

A.L. Kennedy, Gleißene Liebe und Serious Sweet

2016 wurde A.L. Kennedys Novela „Gleißendes Glück“ (Originaltitel: Original Bliss) mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen verfilmt und ihr Roman Serious Sweet veröffentlicht. Alison Louise (A.L.) Kennedy zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Generation. 1965 in Dundee geboren, ist sie Autorin von vieler Bücher: literarischer Romane, eines Science-Fiction-Romans, Kurzgeschichtensammlungen und Sachbüchern. Serious Sweet wurde für den Man Booker Prize nominiert. Die Stadt Düsseldorf verlieh Kennedy den Heinrich-Heine Preis 2016. „A. L. Kennedys Bücher sind Herzkammerspiele und Expeditionen auf Messers Schneide. Die Entschlossenheit dieser Autorin, ihr Wagemut, ihre ungeheure poetische Imaginationsenergie, die Neugier auf alles Menschliche und die unumstößliche Zuversicht, sich in jedem menschlichen Herzen zurechtfinden zu können, das sind die Kräfte, die dieses literarische Werk vorantreiben und denen es seine Einzigartigkeit verdankt“, so Hubert Spiegel im Vorfeld der Verleihung. https://www.duesseldorf.de/aktuelles/news/detailansicht/newsdetail/a-l-kennedy-im-duesseldorfer-rathaus-mit-dem-heine-preis-2016-ausgezeichnet-1.html Kennedys Dankesrede – engagiert und persönlich – stellt auf dringliche Weise klar, weshalb wir heute die Künste so sehr brauchen: “The practice of arts, contact with the arts, is our lifelong education – right here – it prepares us to choose wisely. It exercises our imagination, the force that allows us to visualise any change, all consequences, to empathise with each other. Without it, hope is a form of delusion. Art is at the heart of democracy.“ http://bellacaledonia.org.uk/2016/12/13/a-toxic-culture/

 

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Excerpt (Penguin Random)
Reviews

„A. L. Kennedy schreckt nicht zurück vor Gewalt und Obsession.“ (Susanne Mayer, Zeit)
„Der Wahnsinn wahrer Liebe“ (Simone Meier, Der Spiegel)
A.L. Kennedy, „Gleißendes Glück – täuschendes Glück“ (Sätze und Schätze)
Verfilmung

Gleißendes Glück: Full Movie (Online English)
Film Review
Jessica Kiang, Variety

a-l-kenney_sweetseriousSerious Sweet
Ein Blick ins Buch

Reviews
„A day in the life of London’s lonely hearts“ (Hannah Beckerman, The Guardian)
„The inner and outer lives of Londoners trying, haplessly, to connect are explored in this darkly comic novel“ (Rebecca Abrams, Financial Times).

„Neurotics need love, too – A novel considers whether two people with crippling anxieties can take any real comfort in each other“ (Jean Thompson, GulfNews).

A Toxic Culture
Dankesrede zur Verleihung des Heinrich-Heine-Preises 2016
Daraus Zitat: „The practice of arts, contact with the arts, is our lifelong education – right here – it prepares us to choose wisely. It exercises our imagination, the force that allows allows us to visualise any change, all consequences, to empathise with each other. Without it, hope is a form of delusion. Art is at the heart of democracy.“

Neel Mukherjee: In anderen Herzen (Originaltitel: The Lives of Others, übersetzt 2016)

”Ein schockierendes Buch, exquisit geschrieben: Der Roman „In anderen Herzen“ handelt von der Dekadenz einer Gesellschaft, die sehenden Auges auf Kosten der Ärmsten lebt. Das Werk des Inders Neel Mukherjee spielt im Jahr 1969 in Westbengalen, zielt aber auf die Gegenwart“, so Claudia Kramatschek in ihrer Rezension. http://www.deutschlandradiokultur.de/neel-mukherjee-in-anderen-herzen-blind-fuer-das-leid-der.950.de.html?dram:article_id=353457 Der Roman erzählt vom einer großbürgerlichen Familie, die durch extremistischen politischen Aktivismus zerissen ist. Der Großteil der Handlung spielt in den Jahren 1968-1972, einer Zeit, in der Kalkutta – heute Kolcutta – von maoistischen Aufständen erschüttert wurde, die als Naxaliten-Bewegung bekannt wurden. Das Buch befasst sich mit unterschiedlichen Generationen der Familie vor der Kulisse einer Gesellschaft, in der Abstand zwischen denen, die haben und diejenigen, die nicht haben, nie breiter war. Unter den überzeugendsten Charakteren sind die Figuren der jüngsten Generation: Supratik Ghosh, Enkelsohn des Patriarchen, der seine Heimat verlässt, um Naxalit zu werden oder Sona, das Mädchen mit den außergewöhnlichen Gespür für Mathematik.

neelmuckerjee_thelife-ofothersThe Lives of Others (Chatto & Windus, 2014)

Reviews
Amitav Gosh, „Neel Mukhlerjee’s The Lives of Others: A Review.“
The Lives of Others by Neel Mukherjee review – Marxism and tradition in 1960s India“ (AS Byatt, The Guardian).
„The Lives of Others by Neel Mukherjee, review: ‚masterful'“ (
Patrick Flanery, Telegraph)

Quotes

“Within minutes a small crowd had gathered: what could be more interesting than other people’s lives?”
“You take away economic security and the whole pack of cards collapses. Everyone is at each other’s throats. All these vaunted bourgeois values that prop up society – love, duty, honour, respect – all rest on power-relations lubricated by economics. They are the gloss people put on the naked truth: self-interest.”
“Whoever said that time blunts all pain did not quite understand that bluntness can wound as grievously as sharp points and edges”
“All superstructures, including the family, rest on the base of one thing, and one thing only – economics. The family is the first and the primary unit of oppression and exploitation.”

“There is a large gap between being an activist out of the idealism that comes from books, conversations, the fire of youth and being one because you have lived through the depredations that life has thrown at you.”
More quotes from The Lives of Others.

 

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In anderen Herzen (übersetzt von Ditte Bandini, Giovanni Bandini, März 2016)

Rezensionen
„Blind für das Leid der Armen“ (Claudia Kramatschek, Deutschlandradio Kultur)

 

 

 

Zum Cowboy Poetry Gathering in Elko, Nevada
The Wild West Revisited: Cowboykultur jenseits von Klischees

Klischeevorstellungen über den „Wilden Westen“ waren für Generationen u.a. geprägt von den Schwarz-Weiß-Western im Kino. Darin trieben „echte Männer“ ihr Vieh über die endlose Prärie und hatte dabei immer wieder gefährliche Situationen zu überstehen. Das Festival in Nevada will mit diesen Stereotypen aufräumen. Seit mehr als 30 Jahren tuen sich Dichter, Musiker, Handwerker und Geschichtenerzähler zusammen und erzählen von hartem harten Leben als Viehzüchter und Farmer, aber auch Heiterkeit; kurz was es bedeutete, im „Rangeland West“ zu überleben. Darunter auch Elizabeth Ebert aus Süd-Dakota, die von ihrer Dichterkollegin Yvonne Hollenbeck als die „Grand Dame der Cowboy-Poesie“ bezeichnet wurde.

buffalo_bill_wild_west_show_c1899_smallCowboy Poetry Gathering in Elko, Nevada im Westen der USA.
Poetry, Music, Storytelling

Elizabeth Ebert, Cowboy Poetry at the Bar-D Ranch

Feature
„Wenn das harte Cowboyleben zur Poesie wird“ (Rolf Büllmann, Deutschlandradio Kultur).

 

Familiendrama, Entwicklungsroman und Gesellschaftsgeschichte der USA seit den Chicagoer Protesten 1968
Nathan Hill: Geister (Originaltitel: The Nix)

Geister beginnt mit dem Satz „Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst.“ Erzählt wird die Geschichte des Literaturprofessors Samuel Anderson und seiner Mutter, die ihn als Kind verließ. Jetzt taucht sie wieder auf, nicht persönlich, sondern medial, nachdem sie ein absurdes Verbrechen begangen hat. Jetzt soll er für die Integrität der Mutter, die er zwanzig Jahre lang nicht gesehen hat, bürgen. Nach einem tätlichen Angriff mit Kieselsteinen auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten („Packer-Attacker“) wurde sie zur Terroristin stilisiert. Die nächtliche Nachricht verbreitet sich schnell im Internet und spaltet das politisch geteilte Land. Der Gedanke erscheint ihm zunächst abwegig. Die Medien malen Faye als radikalen Hippie mit einer schmutzigen Vergangenheit, aber soweit Samuel weiß, war seine Mutter ein normales Mädchen, das ihren Freund aus Highschoolzeiten heiratete. Welche Version seiner Mutter ist wahr? Samuel will endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. Geister ist ein umfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit und Verrat, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street. Nathan Hills Debütroman ist zugleich Familiendrama, Entwicklungsroman und Gesellschaftsgeschichte der USA seit den Chicagoer Protesten 1968. „Da begann diese Spaltung, die wir auch heute noch sehen“, sagte Hill im Interview.

nathanhill_thenix The Nix (Knopf 2016)

Reviews
Customer Reviews (Amazon)
‚The Nix‘ Is the Love Child of Thomas Pynchon and David Foster WallaceThe New York Times
Book Review: ‚The Nix,‘ By Nathan Hill: NPR
With ‚The Nix,‘ Nathan Hill announces himself as a major new comic novelist – The Washington Post

 

 

 

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Piper-Verlag
Rezensionen

„Ein antiaufklärerischer Albtraum, der Donald Trump vorwegnimmt.“ (Ulrich Baron, Süddeutsche)
Interview

„Eine Geschichte der Spaltung in den USA“ Nathan Hill im Gespräch mit Andrea Gerk.

 

 

 

 

 

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